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Entzündung nach Zahnimplantat (Periimplantitis) 2026: Symptome, Ursachen, Behandlung und Vorbeugung
Zahnimplantate gehören zu den erfolgreichsten Eingriffen der modernen Zahnmedizin — doch die Vorstellung “ist es einmal gesetzt, ist die Sache erledigt und ich muss nie wieder daran denken” ist der häufigste und teuerste Irrtum. Genau wie ein natürlicher Zahn können sich Zahnfleisch und Knochen rund um ein Implantat entzünden. Diese Entzündung heißt Entzündung nach Zahnimplantat und hat zwei Stadien: eine milde, umkehrbare Form (Mukositis) und eine schwere Form, die den Knochen abbaut (Periimplantitis). Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie die Periimplantitis Symptome früh erkennen, welche Beschwerden normale Heilung und welche ein Warnsignal sind, die Risikofaktoren mit aktuellen Zahlen und wie Sie eine Entzündung von Anfang an verhindern. Unser Ziel ist nicht, Ihnen Angst zu machen — sondern Ihnen das Wissen zu geben, das Sie brauchen, um Ihr Implantat über Jahrzehnte zu behalten.

- Wie häufig ist sie? In aktuellen Meta-Analysen entwickeln rund 25 % der Implantatpatienten eine Periimplantitis, während etwa zwei Drittel die milde Form (periimplantäre Mukositis) zeigen.
- Mukositis ist umkehrbar, Periimplantitis nicht: Die Mukositis betrifft nur das Zahnfleisch und kann mit richtiger Pflege vollständig ausheilen; die Periimplantitis führt zu Knochenverlust, und verlorener Knochen kommt von selbst nicht zurück.
- Rauchen verdoppelt das Risiko fast (RR ≈ 2,07); eine Vorgeschichte mit Zahnfleischerkrankung (Parodontitis) erhöht das Risiko etwa um das 3,8-Fache (OR ≈ 3,84).
- Die Frühdiagnose ändert alles: Eine rechtzeitig erkannte Entzündung lässt sich ohne Operation behandeln, während verspätete Fälle eine Operation erfordern und sogar zum Implantatverlust führen können.
- Der stärkste Schutz ist regelmäßige Pflege: professionelle Kontrollen alle 3–4 Monate bei Hochrisikopatienten und alle 5–6 Monate bei Patienten mit geringem Risiko verringern das Wiederauftreten einer Entzündung deutlich.
Was ist eine periimplantäre Entzündung? Der Unterschied zwischen Mukositis und Periimplantitis
Kurze Antwort: Eine Entzündung nach Zahnimplantat ist eine entzündliche Erkrankung des Weichgewebes und Knochens rund um das Implantat, ausgelöst durch bakteriellen Plaque. Sie hat zwei unterschiedliche Stadien, und diese Unterscheidung ist entscheidend, weil eines umkehrbar ist und das andere nicht.
Die Entzündung ist auf das Zahnfleisch rund um das Implantat beschränkt; der Knochen ist noch nicht betroffen. Das Zahnfleisch rötet sich, schwillt an und blutet beim Putzen oder beim Sondieren. Die gute Nachricht: Mit richtiger Reinigung und professioneller Pflege kann sie vollständig ausheilen — genau wie eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) an einem natürlichen Zahn.
Eine unbehandelte Mukositis schreitet fort und führt zum Abbau des Knochens, der das Implantat hält. Zusätzlich zu Blutungen und tiefen Taschen ist auf dem Röntgenbild ein fortschreitender Knochenverlust sichtbar. Verlorener Knochen kommt von selbst nicht zurück; das Ziel ist, das Fortschreiten zu stoppen und das Implantat zu erhalten.
Ein Vergleich hilft: Die Mukositis ist die “Zahnfleischentzündung” des Implantats — sie ist umkehrbar. Die Periimplantitis ist die “Knochenerkrankung” des Implantats — sie ist schwer umkehrbar. Sie zu erkennen, bevor sie diese Schwelle überschreitet, ändert das ganze Spiel. Deshalb muss selbst die kleinste Blutung ernst genommen werden. Allgemeine Informationen zu Implantatsystemen und zum Ablauf finden Sie in unserem umfassenden Leitfaden zu Zahnimplantaten.
Wie häufig ist sie? Die echten Zahlen
Direkte Antwort: Eine periimplantäre Entzündung ist keine seltene Komplikation; sie betrifft einen erheblichen Anteil der Erwachsenen mit Implantaten — sie ist aber weitgehend vermeidbar.
| Zustand | Auf Patientenebene | Auf Implantatebene |
|---|---|---|
| Periimplantäre Mukositis (mild, umkehrbar) | 59–63 % | ~59 % |
| Periimplantitis (Knochenverlust) — aktuelle Kriterien des World Workshop | ~25 % | ~18 % |
| Periimplantitis — breiterer Literaturdurchschnitt (2005–2021) | ~19,5 % | ~12,5 % |
| Periimplantitis — bei Nichtrauchern (Implantatebene) | — | ~5,2 % |
Die letzte Zeile dieser Tabelle ist die lehrreichste: Bei Nichtrauchern ist die Periimplantitis-Rate deutlich niedriger. Der Grund, warum die Zahlen zwischen Studien schwanken, ist, dass sich die Krankheitsdefinitionen und Diagnosekriterien unterscheiden — eine ehrliche Quelle verspricht keine “eine exakte Zahl”, sondern gibt eine Spanne an. Dennoch ist die Botschaft klar: Auch wenn eine Entzündung häufig ist, ist sie nicht Ihr Schicksal; Verhaltensfaktoren und regelmäßige Pflege senken das Risiko erheblich.
Periimplantitis Symptome: Worauf Sie achten sollten
Direkte Antwort: Das früheste und wichtigste Zeichen ist eine Blutung aus dem Zahnfleisch. Das Implantat selbst hat keinen Nerv; deshalb schreitet die Periimplantitis oft schmerzlos fort und der Patient bemerkt sie nicht. Genau diese Heimtücke macht regelmäßige Kontrollen unverzichtbar.
Blutung beim Putzen, beim Verwenden von Zahnseide oder bei der Sondierung durch den Zahnarzt — das früheste und zuverlässigste Zeichen einer Entzündung.
Das Zahnfleisch rund um das Implantat rötet sich, schwillt an und wirkt glänzend oder gespannt.
Weißer oder gelber Ausfluss rund um das Implantat ist ein Zeichen fortgeschrittener Entzündung und muss immer abgeklärt werden.
Ein Zurückweichen des Zahnfleisches, das den Implantathals oder den Metallteil freilegt, kann auf Gewebeverlust hindeuten.
Ein anhaltender schlechter Geruch rund um das Implantat oder ein unangenehmer Geschmack im Mund kann auf angesammelte Bakterien und eine Entzündung hindeuten.
Ein Gefühl von Beweglichkeit des Implantats oder Schmerz beim Kauen ist meist ein Spätzeichen eines fortgeschrittenen Knochenverlusts — in diesem Stadium sollten Sie dringend Hilfe suchen.
Der kritische Punkt: Die meisten dieser Symptome verlaufen schmerzlos. Die Logik “Ich habe keine Schmerzen, also gibt es kein Problem” ist bei Implantaten irreführend. Bei einem natürlichen Zahn wirkt Schmerz wie eine Alarmglocke; bei einem Implantat läutet diese Glocke oft nicht. Die Diagnose beruht auf objektiven Befunden, die der Zahnarzt durch Messung der Taschentiefe und Röntgen erhebt.
Wann ist es normal, wann ein Alarm? Ein Zeitverlauf
Direkte Antwort: Leichte Schwellung, Berührungsempfindlichkeit und eine geringe Menge Blut in den ersten Tagen nach dem Eingriff gehören zur normalen Heilung. Blutung, Schwellung und Ausfluss, die Wochen, Monate oder Jahre später auftreten, sind nicht normal — sie sind Zeichen einer Entzündung. Der zeitliche Verlauf ist die praktischste Methode, die beiden auseinanderzuhalten.
| Zeitraum | Normal (erwartete Heilung) | Alarm (zum Zahnarzt) |
|---|---|---|
| Erste 3–7 Tage | Leichte Schwellung, Blutergüsse, Berührungsempfindlichkeit, geringes Sickern an der Nahtstelle; mit Schmerzmitteln kontrollierbarer Schmerz. | Fortschreitend zunehmender starker Schmerz, sich ausbreitende Schwellung, Fieber, nicht endende Blutung, schlechter Geschmack/Eiter im Mund. |
| 2–6 Wochen | Allmähliches Nachlassen der Beschwerden; Gewebeheilung; Abklingen der leichten Empfindlichkeit. | Schwellung/Schmerz, der nicht abklingt oder erneut beginnt; Wärme und Ausfluss an der Implantatstelle. |
| Monate–Jahre später | Beschwerdefreies, festes, nicht blutendes Zahnfleisch; angenehmes Kauen. | Blutung beim Putzen, Zahnfleischrückgang, schlechter Geruch, Eiter aus der Tasche, Lockerung des Implantats → Verdacht auf Periimplantitis. |
Die Ursache der Entzündung und ihre Risikofaktoren
Direkte Antwort: Die grundlegende Ursache der Periimplantitis ist bakterieller Plaque, der sich rund um das Implantat ansammelt. Manche Faktoren erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass sich selbst bei gleicher Plaquelast eine Entzündung entwickelt, deutlich. Aktuelle Meta-Analysen heben die folgenden Faktoren in Zahlen hervor:
| Risikofaktor | Effektgröße | Anmerkung |
|---|---|---|
| Frühere Zahnfleischerkrankung (Parodontitis) | OR ≈ 3,84 (95%-KI 2,58–5,72) | Einer der stärksten Prädiktoren; eine Parodontitis-Vorgeschichte erhöht das Risiko etwa um das 3,8-Fache. |
| Rauchen | RR ≈ 2,07 (95%-KI 1,41–3,04) | Verdoppelt das Risiko in etwa; beeinträchtigt die Gewebeheilung und die Durchblutung. |
| Diabetes (besonders unkontrolliert) | Signifikanter Risikoindikator | Ein hoher Blutzucker erhöht die Anfälligkeit für Entzündungen und eine gestörte Heilung. |
| Fehlen regelmäßiger Pflege/Kontrollen | Signifikanter Risikoindikator | Bei Patienten, die keine professionelle Reinigung und Nachsorge erhalten, steigt das Risiko deutlich. |
| Unzureichende Mundhygiene | Direkter ursächlicher Faktor | Plaqueablagerung ist der Auslöser der Entzündung; schwer erreichbare Stellen sind riskant. |
| Unzureichendes keratinisiertes (befestigtes) Zahnfleisch; Implantate im Frontbereich | Assoziierte Indikatoren | Anatomische Faktoren, die Pflege und Reinigung erschweren. |
Wenn diese Faktoren zusammentreffen, vervielfacht sich das Risiko. Bei einem Patienten, der raucht und eine Parodontitis-Vorgeschichte hat, ist die Wahrscheinlichkeit einer periimplantären Entzündung zum Beispiel weit höher als bei einer gesunden Person. Die gute Nachricht: Die meisten dieser Faktoren sind beeinflussbar — mit dem Rauchen aufzuhören, den Diabetes unter Kontrolle zu bringen, die Mundhygiene zu verbessern und Kontrollen wahrzunehmen, senkt das Risiko direkt. Auch die Behandlung einer Zahnfleischerkrankung vor dem Einsetzen des Implantats ist entscheidend; deshalb ist unser Ratgeber zu Zahnstein und Hygiene für die Ursachen von Zahnstein und dessen Vorbeugung eine ergänzende Ressource.
Wie wird sie diagnostiziert?
Direkte Antwort: Eine Periimplantitis-Diagnose wird durch die gemeinsame Beurteilung von drei Befunden gestellt — Blutung und/oder Eiter bei der Sondierung, erhöhte Taschentiefe und fortschreitender Knochenverlust im Röntgenbild. Kein einzelner Befund reicht für sich allein aus; der Zahnarzt interpretiert sie gemeinsam.
- Blutung bei Sondierung (BoP) und Suppuration: zeigt, dass die Entzündung aktiv ist. Eine sanfte Sondierung schadet dem Implantat nicht; sie ist ein standardmäßiger Kontrollschritt.
- Taschentiefe: Bei der Periimplantitis wird die Taschentiefe typischerweise mit ≥5–6 mm gemessen und neigt dazu, mit der Zeit zuzunehmen. Deshalb ist es sehr wertvoll, die ersten Messungen nach dem Einsetzen des Implantats als “Ausgangswert” festzuhalten.
- Radiologischer Knochenverlust: Eine Periimplantitis-Diagnose erfordert in der Regel ≥2 mm fortschreitenden marginalen Knochenverlust im Vergleich zum Ausgangsröntgenbild. Aus diesem Grund schafft ein Referenzröntgenbild nach dem Einsetzen eine Grundlage für spätere Beurteilungen.
Praktische Schlussfolgerung: Wenn die “Ausgangswerte” für Tasche und Knochen Ihres Implantats aufgezeichnet sind, wird es möglich, Jahre später auf die Frage “Hat sich etwas verändert?” eine eindeutige Antwort zu geben. Bei Ihren Kontrollterminen können Sie fragen, ob diese Messungen durchgeführt werden.
Behandlung: Einfach, wenn Sie sie früh erkennen, schwer, wenn Sie zu spät sind
Direkte Antwort: Die Behandlung folgt je nach Krankheitsstadium einem schrittweisen Weg — zuerst verhaltensbezogene und nicht-chirurgische Methoden, dann bei Bedarf eine Operation. Im Frühstadium (Mukositis) sind die Ergebnisse sehr gut; bei fortgeschrittener Periimplantitis sinkt der Erfolg und das Risiko eines Implantatverlusts steigt. Das ehrliche Bild ist folgendes:
1. Mukositis-Stadium — nicht-chirurgisch, hoher Erfolg
Solange die Entzündung noch im Zahnfleisch ist (ohne Knochenverlust), können eine professionelle Reinigung, die mechanische Desinfektion der Implantatoberfläche und die Verbesserung der Mundpflege des Patienten die Situation oft vollständig umkehren. In diesem Stadium ist die Behandlung sowohl einfach als auch vorhersehbar — die Mukositis zu erkennen, ist die wertvollste Gelegenheit.
2. Periimplantitis — nicht-chirurgische Behandlung
Hat der Knochenverlust begonnen, ist der erste Schritt erneut eine nicht-chirurgische mechanische Reinigung; in ausgewählten Fällen wird ein lokales/systemisches Antibiotikum ergänzt. In der Literatur wird die Krankheits-Auflösungsrate mit lokaler Antibiotikaunterstützung im Bereich von 20–30 % angegeben — das heißt, die nicht-chirurgische Methode reicht für sich allein nicht immer aus, ist aber ein wichtiger erster Schritt.
3. Chirurgische Behandlung — in fortgeschrittenen Fällen
In Fällen, die nicht auf eine nicht-chirurgische Behandlung ansprechen, wird die Implantatoberfläche durch eine Operation direkt gereinigt; wo es angebracht ist, wird ein regenerativer Ansatz mit einem Knochentransplantat versucht. In einer randomisierten Studie lag die patientenbezogene Krankheits-Auflösungsrate bei 40 % an transplantierten Stellen und 24,1 % an nicht-transplantierten Stellen. Nach chirurgischer Periimplantitis-Behandlung wird das Implantatüberleben in retrospektiven Daten mit 94,1 % nach 3 Jahren, 85,5 % nach 5 Jahren und 71,6 % nach 10 Jahren angegeben.
Als allgemeiner Anhaltspunkt liegt die kumulative Erfolgsrate, wenn nicht-chirurgische und chirurgische Methoden zusammen betrachtet werden, in einigen Übersichtsarbeiten bei rund 69 %. Die Lehre, die diese Zahlen erzählen, ist klar: Eine Behandlung ist möglich, aber in einem frühen Stadium weit einfacher und vorhersehbarer. In verspäteten Fällen ist die Möglichkeit, das Implantat zu verlieren, real.
Vorbeugung: Ihre stärkste Waffe
Direkte Antwort: Die wirksamste “Behandlung” der Periimplantitis ist, sie zu verhindern. Wissenschaftliche Daten zeigen, dass regelmäßige professionelle Pflege (unterstützende Implantattherapie) die Entstehung und das Wiederauftreten von Entzündungen deutlich verringert. Hier sind die evidenzbasierten Vorbeugungsschritte:
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Systematische Übersichtsarbeiten zeigen, dass regelmäßige unterstützende Pflege die Gewebestabilität erhält. Hochrisikopatienten (Parodontitis-Vorgeschichte, unkontrollierter Diabetes, Rauchen) sollten alle 3–4 Monate und Patienten mit geringem Risiko alle 5–6 Monate zur Kontrolle gehen.
Die Bereiche rund um ein Implantat lassen sich mit einer normalen Bürste nicht vollständig reinigen. Interdentalbürsten, Einbüschelbürsten und bei Bedarf eine Munddusche entfernen Plaque aus schwer erreichbaren Stellen.
Eine auf die Implantatoberfläche abgestimmte professionelle Reinigung (mit geeigneten Aufsätzen) entfernt sicher Plaque und Zahnstein, die zu Hause nicht erreicht werden — ohne die Implantatoberfläche zu beschädigen.
Mit dem Rauchen aufzuhören, den Diabetes unter Kontrolle zu halten und eine bestehende Zahnfleischerkrankung zu behandeln, sind die wirksamsten Schritte, die das Risiko direkt senken.
Ein wichtiger Befund: Selbst nach einer Periimplantitis-Behandlung neigt die Erkrankung bei Patienten, die keine regelmäßige Pflege erhalten, mit der Zeit zum Wiederauftreten; ein Kontrollabstand von 3 Monaten ist in der Regel mit einer geringeren Rückfallrate verbunden. Mit anderen Worten: Implantatpflege ist nicht etwas, das man “einmal macht und dann fertig ist” — sie ist eine lebenslange Partnerschaft. Bei Ganzkiefer-Lösungen wie All-on-4 ist diese Pflege noch entscheidender; Informationen zum Ablauf finden Sie in unserem All-on-4-Leitfaden.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Symptome einer Entzündung nach Zahnimplantat?
Das früheste und zuverlässigste Zeichen ist eine Blutung aus dem Zahnfleisch rund um das Implantat. Hinzukommen können Rötung, Schwellung, Eiter aus der Tasche (Ausfluss), Zahnfleischrückgang, Mundgeruch und im fortgeschrittenen Stadium eine Lockerung des Implantats. Da die Periimplantitis oft schmerzlos fortschreitet, bedeutet “ich habe keine Schmerzen” nicht, dass es kein Problem gibt.
Was ist der Unterschied zwischen Periimplantitis und Mukositis?
Die Mukositis betrifft nur das Zahnfleisch rund um das Implantat und der Knochen ist noch nicht beteiligt; sie ist mit richtiger Pflege vollständig umkehrbar. Bei der Periimplantitis ist die Entzündung zum Knochen fortgeschritten, der das Implantat hält, und der Knochenverlust hat begonnen; verlorener Knochen kommt von selbst nicht zurück. Die Mukositis früh zu erkennen, verhindert, dass sie sich in eine Periimplantitis verwandelt.
Wann ist Implantatschmerz normal und wann gefährlich?
Leichter Schmerz, Schwellung und geringe Blutung in den ersten Tagen nach dem Eingriff sind normal und nehmen mit der Zeit ab. Fortschreitend zunehmender starker Schmerz, sich ausbreitende Schwellung, Fieber oder Eiter sind nicht normal. Schmerz oder Blutung, die Monate oder Jahre später an einem verheilten Implantat auftreten, sind ein Zeichen einer Entzündung und sollten abgeklärt werden.
Geht eine Implantatentzündung weg, lässt sie sich behandeln?
Ja, besonders wenn sie früh erkannt wird. Im Mukositis-Stadium kann die Situation mit professioneller Reinigung und guter Mundpflege vollständig ausheilen. Bei einer Periimplantitis, bei der der Knochenverlust begonnen hat, beginnt die Behandlung mit nicht-chirurgischer Reinigung und geht bei Bedarf zur Operation über. Im Frühstadium ist der Erfolg hoch; in verspäteten Fällen steigt das Risiko eines Implantatverlusts.
Wer bekommt am ehesten eine periimplantäre Entzündung?
Laut aktuellen Meta-Analysen ist das höchste Risiko bei Personen mit einer Vorgeschichte von Zahnfleischerkrankung (Parodontitis) (Risiko ~3,8-fach), bei Rauchern (Risiko ~2-fach), bei Menschen mit unkontrolliertem Diabetes, bei Personen mit unzureichender Mundhygiene und bei denjenigen zu sehen, die keine regelmäßigen Kontrollen wahrnehmen. Die meisten dieser Faktoren sind beeinflussbar.
Was sollte ich tun, um eine Implantatentzündung zu verhindern?
Reinigen Sie den Bereich rund um das Implantat täglich mit Interdentalbürsten und geeigneten Hilfsmitteln; hören Sie mit dem Rauchen auf; halten Sie Ihren Diabetes unter Kontrolle; und, am wichtigsten, nehmen Sie regelmäßige Kontrollen wahr. Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, wird professionelle Pflege alle 3–4 Monate empfohlen, ansonsten alle 5–6 Monate. Regelmäßige Pflege ist der am besten belegte Weg, um eine Entzündung zu verhindern und Rückfälle zu verringern.
Kann Knochenverlust rund um ein Implantat wiedergewonnen werden?
Verlorener Knochen kommt von selbst nicht zurück. In geeigneten fortgeschrittenen Fällen können während der Operation regenerative (knochenaufbauende) Ansätze mit einem Knochentransplantat versucht werden; der Erfolg hängt jedoch vom Fall ab und ist nicht garantiert. Deshalb ist die klügste Strategie, die Entzündung zu verhindern, bevor überhaupt ein Knochenverlust beginnt, und sie früh zu stoppen.
Sollte ich mir Sorgen machen, wenn ich außer Blutung keine Symptome habe?
Ja, eine Blutung allein sollte ernst genommen werden — denn sie ist das früheste Zeichen einer Periimplantitis und tritt meist ohne Schmerzen auf. Ein frühes Eingreifen kann die Situation umkehren. Wenn Sie beim Putzen regelmäßig eine Blutung bemerken, ist es am besten, Ihren Zahnarzt zu konsultieren, ohne darauf zu warten, dass sie “vorbeigeht”.
Quellen
- The prevalence of peri-implant mucositis and peri-implantitis based on the world workshop criteria: A systematic review and meta-analysis (2024/2025) — PubMed: Mukositis 63,0 % Patient / 59,2 % Implantat; Periimplantitis 25,0 % Patient / 18,0 % auf Implantatebene. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40523497
- What is the prevalence of peri-implantitis? A systematic review and meta-analysis — BMC Oral Health (2022): Periimplantitis 19,53 % Patient / 12,53 % auf Implantatebene; bei Nichtrauchern Mukositis 38,2 % und Periimplantitis 5,2 %. link.springer.com/article/10.1186/s12903-022-02493-8
- Risk factors for Peri-implantitis: An umbrella review of meta-analyses of observational studies — Journal of Dentistry / ScienceDirect (2024): Parodontitis OR 3,84 (95%-KI 2,58–5,72); Rauchen RR 2,07 (95%-KI 1,41–3,04) als hochgradig assoziierte Risikofaktoren. sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0300571224002343
- Prevalence, incidence, systemic, behavioral, and patient-related risk factors and indicators for peri-implant diseases: An AO/AAP systematic review and meta-analysis — Journal of Periodontology (Galarraga-Vinueza, 2025): Parodontitis, Diabetes, Rauchen und Alkohol als signifikante Risikoindikatoren; fehlende Prophylaxe, Breite des keratinisierten Gewebes und Frontzahnimplantate als assoziierte Faktoren. aap.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/JPER.24-0154
- History of periodontitis as a risk factor for implant failure and incidence of peri-implantitis — Clinical Implant Dentistry and Related Research (Serroni, 2024): Meta-Analyse, die zeigt, dass eine Parodontitis-Vorgeschichte das Risiko eines Implantatversagens und einer Periimplantitis erhöht. onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/cid.13330
- Comprehensive treatment protocol for peri-implantitis: an up-to-date narrative review — Journal of Periodontal & Implant Science: Diagnosekriterien (Tasche ≥5 mm + Blutung/Eiter + fortschreitender Knochenverlust ≥2 mm); schrittweiser Behandlungsansatz; Daten zum nicht-chirurgischen/chirurgischen Erfolg. jpis.org (jpis.2303360168)
- Antibiotics as Adjunctive Therapy in the Non-Surgical Treatment of Peri-Implantitis: A Systematic Review and Meta-Analysis — PMC: Periimplantitis-Auflösung mit lokaler Antibiotikaunterstützung ~20–30 %. ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9774402
- Clinical outcomes following surgical treatment of peri-implantitis at grafted and non-grafted implant sites — PMC: patientenbezogene Krankheits-Auflösung 40 % transplantiert, 24,1 % nicht-transplantiert. ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6082750
- Survival analysis of implants after surgical treatment of peri-implantitis — PMC: Implantatüberleben nach Operation 94,1 % nach 3 Jahren, 85,5 % nach 5 Jahren, 71,6 % nach 10 Jahren. ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC10201784
- Supportive care for the prevention of disease recurrence/progression following peri-implantitis treatment: A systematic review — Journal of Clinical Periodontology (Stiesch, 2023): Gewebestabilität über Nachsorgeintervalle von 2 Monaten bis jährlich; die Bedeutung regelmäßiger unterstützender Pflege. onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jcpe.13822
- Disease recurrence during supportive therapy following peri-implantitis treatment — Journal of Periodontal Research (Monje/Nart, 2024): ein Intervall von 3 Monaten mit geringerem Wiederauftreten verbunden; Rückfälle nehmen mit der Zeit tendenziell zu. onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jre.13281
- AO/AAP consensus on prevention and management of peri-implant diseases and conditions: Summary report — Journal of Periodontology (Wang, 2025): risikobasierte Kontrollabstände — hohes Risiko 3–4 Monate, geringes Risiko 5–6 Monate. aap.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/JPER.25-0270
Dieser Artikel dient zu Informationszwecken und ersetzt keine Untersuchung. Wenn Sie Blutung, Schwellung oder eine andere Beschwerde rund um ein Implantat haben, konsultieren Sie einen Zahnarzt. Die angegebenen Zahlen stammen aus unabhängigen wissenschaftlichen Publikationen und sind keine Garantie für ein klinikspezifisches Ergebnis.
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